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Banner für den Frieden

Unsere Kinder beschäftigt das Thema „Krieg und Frieden“ ebenso wie uns Erwachsene. Sie bekommen teilweise mit, wenn sich die Eltern mit Freunden über die politischen Entwicklungen in der Welt unterhalten, sitzen mit am Tisch, wenn darüber gesprochen wird, schnappen Schlagworte auf… und machen sich ihre eigenen Gedanken.

Auch im Kunstunterricht der 3. Und 4. Klassen haben wir vergangene Woche über den Krieg in der Ukraine gesprochen. Was die Kinder beschäftigt, was sie darüber denken… Es war erstaunlich, was da alles geäußert wurde und wie fokussiert und klar die Kinder waren. Hier ein kleiner Auszug mit ungefährem Wortlaut zum Nachdenken:


„Es ist total ungerecht, dass Russland einfach die Ukraine überfällt, nur weil die mehr Land haben wollen.“

„Ich will auch nicht einfach plötzlich zu einem anderen Land gehören, wenn ich mir das nicht freiwillig ausgesucht habe.“

„Das sind ja nicht die Russen, das ist ja nur einer, der das macht. Der Puuuutin.“

„Meine Nachbarin ist Russin oder ihre Eltern, ich weiß nicht genau, und die wird jetzt immer von anderen angesprochen, warum die Russen das machen und sie wird auch beschimpft. Und dabei ist sie sogar hier geboren. Das ist richtig gemein.“

„Die Leute in Russland wissen nicht alles, sagt meine Mama.“

„Warum?“

„Die dürfen nicht fernsehen, glaub ich.“

„Die Leute in der Ukraine müssen jetzt ihre Wohnungen verlassen und können nur ganz wenig mitnehmen.“

„Ich würde auf jeden Fall meine 10 Lieblingsstofftiere mitnehmen.“

„Dann kannst Du aber nichts anderes mehr mitnehmen. Zum Anziehen zum Beispiel.“

„Ist ja dann nicht so, wie wenn man übers Wochenende mal wegfährt.“

„Die Leute sitzen schon ganz viele Tage im Keller, weil sie Angst vor den Bomben haben.“

„Können die dann wegen Corona Abstand halten im Keller?“

„Ich glaube, dass denen Corona gerade ziemlich egal ist…“

„Und was macht man, wenn einer krank wird? Die können doch nicht einfach zum Arzt…“

„Und krass ist ja auch, dass die Männer nicht mitdürfen. Mein Papa müsste auch da bleiben und wir anderen würden fliehen. Das wäre schlimm.“

„Wenn meine große Schwester ein Junge wäre, müsste sie auch schießen lernen.“

„Sogar mein Opa müsste hier bleiben, weil der noch nicht 60 ist.“

„Warum sollen nur die Männer kämpfen. Warum können das nicht auch die Frauen?“

„Meine Mama könnte das auch. Die ist total stark.“

„Mein Papa hat in der Armee schießen gelernt. Auch wie man eine Handgranate wirft. Er saß auch mal in einem Panzer. Aber das war nicht im Ernst, sondern nur zur Übung, zum Spiel..“

„Auf meiner Playstation habe ich auch schon geschossen. Aber da weiß ich, dass das keinem weh tut. Ist ja nicht echt. Wie bei fortnite…“

„Warum können sich nicht einfach alle vertragen?“

„Die sollen damit einfach aufhören.“

„Ich habe mich heute auch mit L. auf dem Schulhof wieder vertragen. Wir haben uns einfach die Hand gegeben. Und heute Nachmittag haben wir uns verabredet. Das können die doch auch.“


Im Anschluss haben wir gemeinsam ein Friedensbanner bemalt, mit allem, was den Kindern wichtig war um zu sagen, dass wir Frieden wollen, keine Waffen, kein Krieg… Frieden zwischen allen Völkern, im Moment besonders zwischen Russland und der Ukraine.

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